aus den Online Nachrichten der Cuxhavener Nachrichten vom 25.10.2009

Zug kollidiert bei Wremen mit fünf Kühen

WREMEN. Bei einem Bahnunfall zwischen Wremen-Hofe und Hülsing ist am Sonntagvormittag ein Zug mit fünf Kühen kollidiert. Alle Fahrgäste und auch der Zugführer blieben unverletzt. Dennoch wurde der Unfall für die Reisenden zur Tortur: Fast zwei Stunden dauerte es, bis die ersten den Zug verlassen durften. Vier Kühe überlebten den Aufprall nicht.

"Genau um 11.05 Uhr quietschten die Bremsen, dann wurden wir durchgerüttelt und zum Schluss gab es einen dumpfen Schlag", beschreibt eine sichtlich geschockte Insassin, die nicht namentlich genannt werden möchte, das Geschehen. Die weiblichen Mitglieder einer Cappeler und Midlumer Sportgruppe waren mit der Nordseebahn auf dem Weg zum Bremer Freimarkt, als ihre Vergnügungsreise abrupt in Wremen endete.

Kreidebleich sei der Zugführer anschließend durch die Abteile gegangen und hätte sich fürsorglich erkundigt, ob jemand verletzt worden sei, berichten die Sportlerinnen. Die Blutspritzer und Fleischstücke an der Scheibe hätten sie erst später realisiert, erinnern sie sich.

Was die Frauen allerdings überhaupt nicht verstehen können, ist die Tatsache, dass lange Zeit keinerlei Hilfe kam. "Wir haben gesehen und gehört, dass der Zugführer sofort per Handy telefoniert hat", beschreibt eine Frau die Situation. Dann sei aber überhaupt nichts passiert. Die Türen des Zuges blieben geschlossen. "Schlimm war in dieser Situation, dass die Toilette verstopft und unbrauchbar war", bemängelt ein Fahrgast.

Tatsache ist jedenfalls, dass zuerst einige Landwirte aus Wremen an der Unfallstelle eintrafen. "Die Feuerwehr Wremen wurde erst um 12.37 Uhr alarmiert", betont Ortsbrandmeister Volker Hachmann. Ihre Aufgabe bestand darin, einen Steg über den Graben am Bahndamm zu bauen und den Fahrgästen bei der Evakuierung aus dem demolierten Zug zu helfen.

Wie das Unglück passieren konnte, ist bisher noch nicht geklärt. Der Besitzer der Tiere stand unter Schock und konnte sich den Unfall nicht erklären. Mehr als 1000 Meter Luftlinie liegen sein Hof und die Weiden vom Unfallort entfernt. Am Morgen seien die Tiere noch alle ruhig auf der Weide gewesen, betont der Mann immer wieder. Eventuell hätten die Räumarbeiten eines Grabens in der Nähe die Kühe verschreckt. Wie sie allerdings bis zum Bahndamm kamen, ist ihm unerklärlich.

Erst gegen 13.15 Uhr wurden die Zuginsassen von einem Sonderbus abgeholt. Die schwer verletzte fünfte Kuh lag zu diesem Zeitpunkt immer noch ohne Hilfe auf der anderen Seite des Bahndamms.

(ul)

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